written by
SevenVentures
Global Trends
2018-12-11

Diese Trends sollten Start-ups 2019 auf dem Zettel haben

Diese Trends sollten Start-ups 2019 auf dem Zettel haben

Das Jahr neigt sich dem Ende. Traditionell ein guter Zeitpunkt, um einen Blick in die Glaskugel zu werfen und sich als Unternehmen zu fragen: Worauf müssen wir uns in den nächsten zwölf Monaten einstellen? Sieben erfahrene Experten haben uns ihre Trends für 2019 verraten. Mit dabei unter anderem: Data-driven PR, Media for Equity, Bewegtbild und ein Aufruf zur “Microsoftisierung”.

Tilo Bonow, CEO der Berliner PR-Agentur PIABO, sieht gelungenes Employer Branding, Data-Driven PR und Visual Storytelling als drei große Themen für 2019:

“Da Talent immer knapper wird, ist Employer Branding 2019 zentral: Wofür steht das Unternehmen, für das ich arbeite? Eine geschickte Positionierung der Spokespeople hilft Newcomern enorm. Auch entscheidend: Data-driven PR – dank moderner Technologie identifiziert gezieltes Media Monitoring die Kanäle, die die besten Resultate bringen. Drittes großes Thema ist Visual Storytelling, also der Einsatz von Infografiken, Videos oder anderen visuellen Mitteln, deren Produktion dank Technologie zunehmend preiswerter wird.”

Für Achim Feige, Markenexperte und Partner bei der Managementberatung BrandTrust steht das klassische Marketing von Unternehmen 2019 an einem Scheideweg:

“Marketing ist tot, lang lebe das Marketing! Der klassische CMO als Werber und Kommunikator ist unter Druck. Alles wird messbar, ganze Marketingabteilungen werden entlassen und durch Algorithmen ersetzt. Die digitalen Einheiten sind die neuen Helden im Unternehmen und bekommen mehr Budget. Marketing hat nur noch eine Existenzberechtigung, wenn es aus dem Datenchaos Bedeutung macht und so sein Unternehmen zur anziehenden Marke wird. Marketing wird zum neuen Vertrieb, wenn es die digitale Kundenreise jenseits der einfachen, schnellen Plattitüde zur Brand Experience macht, die Marke als Kulturtreiber von innen nach außen führt und so zum Co-Creator und Storyteller der Unternehmenszukunft wird. So bleibt Marketing als Leuchtturm und Changemaker relevant und wird nicht durch Bots und Algorithmen ersetzt. Weil es eben Sinn macht. Auch gerne im TV.”

Klaus Weise, Geschäftsführer Serviceplan Public Relations, rät Marken 2019 zu klarer Kante in der Kommunikation und empfiehlt Microsoft als Vorbild:

“Die etablierten Stars der Digitalwirtschaft Facebook, Apple, Netflix und Google haben ein gemeinsames Problem: Sie verlieren ihren Glanz. Sie werden entzaubert – von Kunden, Mitarbeitern und der Börse.  Dass es auch ganz anders geht, beweist ausgerechnet ein Dinosaurier der Softwarewelt aus dem letzten Jahrtausend: Microsoft. Unter Satya Nadella hat sich der Konzern konsequent neu erfunden. Er hat alte Zöpfe abgeschnitten, Microsoft umgekrempelt und das Geschäft konsequent auf die Cloud abgestellt, mit Skype, GitHub und LinkedIn smarte Firmen akquiriert. Und Microsoft-Boss Nadella beweist Mut zur klaren Kante. Auf dem World Economic Forum in Davos spricht er über die Dritte Welt, seiner eigenen Regierung in Washington empfiehlt er die europäische Datenschutz-Grundverordnung zur Nachahmung und er fordert internationale Regeln für den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Der Ruf nach Regulierung - für Corporate America ein Tabubruch. Deshalb heißt für mich der Trend des Jahres 2019: Lernen von Microsoft. Mut völlig neu zu denken, Mut sich selbst neu zu erfinden, Mut zur klaren Haltung. Ich glaube, im Jahr 2019 werden Facebook, Apple & Co. diesen Weg einschlagen und sich selbst neu erfinden.”

marketing, CEO, Microsoft
Laut Klaus Weise ein Vorbild für Unternehmer: Microsoft-CEO Satya Nadella, Quelle: Microsoft

Florian Pauthner, CEO von SevenVentures, ist überzeugt, dass Media-for-Equity- und Media-for-Revenue-Modelle 2019 für die Entwicklung von Start-ups an Bedeutung gewinnen werden:

“Ich gehe von einer weiter positiven Entwicklung im B2C-Bereich aus. Besonders spannende Entwicklungen erwarte ich für InsureTech und die Telemedizin. Ich denke, dass sich Finanzierungen wie in 2018 vor allem in großen Runden konzentriert werden. Dabei werden Media-for-Equity- und Media-for-Revenue-Modelle einen wichtigen Beitrag leisten. Was die Start-up-Finanzierung betrifft, werden wir drei Kategorien sehen. Die Top-Start-ups werden weiter mit großen Summen finanziert – das betrifft vor allem die sehr weit fortgeschrittenen Unternehmen. Eine weitere Kategorie werden die Start-ups bilden, die Finanzierungen finden, aber nicht stark überzeichnet sind. Die dritte Kategorie bilden die sehr schwer finanzierbaren Start-ups, die nicht ausreichend Traktion entwickeln konnten. Aber klar ist: Gute Investments werden weiterhin nicht einfach zu finden sein – zum Glück."

start-up, investment, trend
SevenVentures-CEO Florian Pauthner empfiehlt Start-ups 2019 M4E- und M4R-Modelle, Quelle: SevenVentures

Svenja Teichmann, Gründerin & Geschäftsführerin der Content Marketing- und Online Marketing-Agentur crowdmedia empfiehlt Start-ups 2019 ein Innovationsbudget für strategisches Prototyping:

“Es ist müßig, sich über Trends Gedanken zu machen und auf den nächsten Hype aufzuspringen. Ich halte es für viel wichtiger in der heutigen Zeit, ein Set-Up im Marketing zu haben, das einem ermöglicht, auf schnelle Entwicklungen einzugehen, ohne eine stringente Weiterentwicklung der bisherigen Maßnahmen zu vernachlässigen. Im Marketing sollte ein Teil des Budgets (Zeit UND Geld) für Trial & Error reserviert werden – im Prinzip das Innovationsbudget des Marketings. Neue Trends werden da permanent beobachtet und auf Basis von Ziel und Zielgruppe bewertet, priorisiert und als Pilot umgesetzt. Mit dem Vorgehen lernt man so das Prototyping: schnell etwas umzusetzen, Ergebnisse zu erzielen, zu bewerten und entsprechende Entscheidungen zu treffen.”

Timo Sailer, Digital Marketing Manager bei Starwatch, ruft 2019 zum Jahr des Bewegtbildes in sozialen Netzwerken aus:

“2019 könnte das Jahr des Bewegtbildes bei Social Media sein. Facebook versucht immer mehr zur Videoplattform zu werden. Durch Facebook Watch und Instagram TV wurden Konkurrenz-Plattformen zu Youtube geschaffen. Hier bieten sich neue Möglichkeiten organische Reichweiten aufzubauen sowie Werbe-Inhalte zu platzieren. Facebook vergibt große organische Reichweiten an Livestreaming, das immer stärker wachsen wird und gerade bei professionellen Livestreams (z.B. Branded Shows) eine gute Werbeform darstellt. Durch neue Features soll der User bei Instagram und Facebook möglichst einfach guten Content erstellen können. Das sind die guten Nachrichten – jetzt die schlechten: Die organische Reichweite sinkt. Man kommt um Performance Marketing nicht mehr herum. Selbst um seine eigenen Fans zu erreichen, wird man Posts wohl bewerben müssen, trotz immer teurerer CPMs.”

Christian Paavo Spieker, CEO von diva-e Advertising und Gründer von One Advertising, zeigt SEO-Trends 2019 auf:

“Für mich ist der SEO Trend 2019 ganz klar #NoBrandNoRank. Nur wer seine Kunden kennt und die eigene Marke klar positioniert, wird es 2019 schaffen, im SEO erfolgreich zu sein und im Ranking nach oben zu klettern. Die User Experience spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wer Daten und Informationen richtig verarbeitet, kann seine Website so optimieren, dass der User im Fokus steht. Es ergeben sich eine längere Verweildauer und Zufriedenheit, die wiederum dazu führt, dass Content deutlich besser in den Search Engine Result Pages (SERPs) gefunden wird. Wer es geschafft hat, den Kampf um den Klick zu gewinnen, sollte auf seiner Website auch etwas bieten. Kunden dürfen nicht mit Informationen überflutet werden. Eine klare Benutzerführung und Zielsetzung motivieren den User am Ende dazu, gewünschte Aktionen wie einen Einkauf durchzuführen oder einen Lead zu generieren. Wer es schafft, diese Maßnahmen umzusetzen, dem steht für ein erfolgreichen SEO-Jahr 2019 nichts mehr im Wege.”

teilen: