von
Florian Weber
Market Insights
2020-03-27

Kommunikation in Zeiten von Corona

Kommunikation in Zeiten von Corona

Im Moment bestimmt ausschließlich ein Thema unseren Alltag: die Corona-Krise. Die Zahl der Neuinfektionen steigt täglich an und Regierungen ordnen zunehmend Maßnahmen an, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Doch Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote wirken sich spürbar auf die Wirtschaft aus. Wie können Unternehmen sicherstellen, in Krisenzeiten weiterhin relevant zu bleiben?

Opportunismus ist out


Die aktuelle Lage ist in erster Linie eine ernstzunehmende Gesundheitskrise. Unternehmen sollten jedoch nicht die Angst der Menschen auszunutzen, indem sie suggerieren, dass ihre Marke die perfekten Lösungen bereithält. Brands sollten auch keinesfalls Assoziationen mit einer Gesundheitsangst schaffen. Alex Josephson und Eimear Lambe von Twitter schrieben vergangene Woche treffend: „Es geht darum zu verstehen, welch einzigartige Rolle Ihre Marke im Leben der Menschen spielt, wie sich diese nun den Umständen entsprechend verändert hat und wie Ihre Marke in dieser Krise helfen oder nützlich sein kann. Es geht auch darum, nach Möglichkeiten zu suchen, um mit gutem Beispiel voranzugehen und das Richtige zu tun, wo immer es für Ihr Unternehmen sinnvoll ist”.

Bestehende Kunden halten

Wenn die Corona-Krise Ihre Neukundenakquise einschränkt, ist es sinnvoll, am bestehenden Kundenstamm festzuhalten. Ihre Kunden werden zu Recht besorgt sein und es ist Ihre Aufgabe, sie über die aktuelle Situation zu informieren. Proaktive Unternehmen schicken ihren Kunden E-Mails, um ihnen entweder zu versichern, dass ihr Service weitergeführt wird oder sie aufzuklären, wie sich das Angebot jetzt verändert. Dies gilt auch im B2B-Umfeld: Unternehmen werden schließlich von Menschen geführt, und diese Menschen möchten ebenso wissen, wo sie in unsicheren Zeiten stehen.

Kann Ihr Unternehmen helfen?

Es gibt nicht viele Unternehmen, die von sich behaupten könnten, einen Impfstoff gegen COVID-19 zu entwickeln. Dennoch stellen viele Firmen jetzt fest, dass sie etwas anzubieten haben, das dabei helfen könnte, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Modemarken Balenciaga, Saint Laurent und H&M haben beispielsweise angekündigt, dass sie ab sofort Gesichtsmasken produzieren werden. Der Lieferservice Lieferando hat erkannt, dass seine Zusteller eine Gefahr darstellen könnten und deshalb angekündigt, dass diese nun „kontaktlos" liefern werden. Das medizinische Online-Portal Instadoc.at bietet Ärzten eine kostenlose dreimonatige Testphase an, in der sie Online-Sprechstunden statt persönliche Termine mit Patienten durchführen können. Die Gesundheitsplattform GoSpring hat einen kostenlosen Online-Fragebogen entwickelt, mit dem man sein eigenes Risikoprofil herausfinden kann. Die darüber erreichbaren Ärzte geben dann auf Grundlage dieser Informationen klare medizinische Empfehlungen ab.

Begleiterscheinungen der Krise mindern

Wenn Ihr Unternehmen nicht dazu beitragen kann, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, kann es vielleicht helfen, dessen Auswirkungen abzumildern? In den meisten betroffenen Ländern wurden beispielsweise Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen. Grover beispielsweise ist eine Online-Plattform, die einen flexiblen Mietservice für Unterhaltungselektronik anbietet. Mit Geräten wie Notebooks, Tablets und Smartphones unterstützt Grover nun viele Menschen, die im Homeoffice arbeiten oder ihre Kinder zu Hause unterrichten. Das Unternehmen vermeldet bei den Vermietungen aktuell einen großen Zuwachs. Schuhe24, ein Online-Portal, das 1.000 lokale Fachgeschäfte unterstützt, integriert immer mehr Einzelhändler auf seine Website. Wer dort Schuhe einkauft, unterstützt die derzeit unter Druck stehenden Einzelhändler, die sonst aufgrund der verordneten Schließung nicht mehr direkt an Kunden verkaufen könnten.

Service anpassen, um relevant zu bleiben

Bieten Sie einen speziellen Service an, der während der Krise nicht mehr bereitgestellt werden kann? Dann finden Sie einen anderen Weg, um mit Ihren Kunden in Kontakt zu bleiben. Viele Anbieter von Gesundheits- und Fitnessdienstleistungen stellen jetzt kostenlose Online-Kurse für Kinder, Erwachsene und Senioren zur Verfügung. Einige Anbieter kündigen Aktionen für Neukunden an. Beim Online-Fitnesskurs-Anbieter Gymondo kann man 1 Monat gratis trainieren und innerhalb dieses Monats kündigen ohne etwas zu bezahlen. Diese Angebote helfen, die Isolation zu durchbrechen und die Menschen fit zu halten. Obwohl diese kostenlosen Kurse kein Geld einbringen, bleiben die Marken so in den Köpfen der Zielgruppe präsent. Gleichzeitig könnte dies auch eine Chance für den Aufbau eines Online-Geschäfts sein – und vielleicht bietet sich nach dem Abklingen der Krise die Gelegenheit, dieses in Zukunft zu monetarisieren. Auch viele kleine Einzelhändler bieten ihren Kunden einen besonderen Service. Einige Buchläden, die ihre Geschäfte aufgrund der verschärften Maßnahmen zur Eindämmung des Virus schließen mussten, liefern ihren Kunden Bücher nach Hause. Ebenso offerieren viele Damen- und Herrenausstatter ihren Kunden jetzt den zusätzlichen Service, eine Auswahl der neuesten Modekollektionen per Paketpost zu verschicken – und beraten sie am Telefon oder über WhatsApp bei der Auswahl der Kleidung.

Diese schwierige Zeit stellt Unternehmen auf eine harte Probe. Bleiben Sie relevant, indem Sie kommunizieren, was Ihr Unternehmen tun kann, um Menschen in der Krise zu helfen.

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