von
Tom Schwarz
Food for Thoughts
2020-04-29

Krise minus Angst = Chance

Krise minus Angst = Chance

Das chinesische Schriftzeichen für Krise besteht aus zwei Teilen: das eine symbolisiert Gefahr, das andere Chance. Nimmt man also die Chance aus der Krise – wird sie zur Gefahr. Nimmt man allerdings die Angst aus der Krise – wird sie zur Chance. Konzentrieren wir uns auf das Zweite, denn nichts kann Entwicklungen und Veränderungen so sehr beschleunigen, wie eine handfeste Krise. Genau das waren die Zutaten für das „deutsche Wirtschaftswunder“. Wir werden ein Zweites benötigen.

Hand auf‘s Herz: Was hat die Digitalisierung in den letzten Jahren am stärksten vorangetrieben?

CEOs, CTOs, intern aufgesetzte Change-Programme oder eine weltweite Pandemie, die jeden einzelnen von uns und nicht zuletzt die komplette Welt-Wirtschaft von heute auf morgen zum Umdenken zwang.

Stichwort: Social Distancing, Reisestopp, Ausgangssperre, Kontaktverbot, Homeoffice, Homeschooling. Auf Knopfdruck wurde möglich, was vorher undenkbar schien. Corona entfesselt nicht nur die Disruptoren der Zukunft, sondern zwingt uns zu einer bewussten Auseinandersetzung mit der eigenen digitalen Kultur. Ob Homeoffice in der Küche, Skype-Sessions mit den Enkeln, erste Unterhaltungen mit Alexa oder Training mit der Fitness-App, die Quarantäne hat die Konsumenten bereit gemacht für digitale Services.

Dies führt kurzfristig zu einer verkürzten Customer Journey, da sich das Leben der Menschen in die eigenen vier Wände verschoben hat. Digitale Assistenten, Lieferdienste und Abo-Modelle boomen und verändern eingespielte Vertriebswege. Wir sprechen vom Konsumenten 4.0.

Im Marketing sind jetzt Agilität, Dynamik, Schnelligkeit und Kreativität gefragter denn je. Bestimmte und gelernte Prozesse werden neu überdacht und es werden Dienstleister gefragt sein, die flexibel und innovativ in einem volatilen Markt reagieren können und zudem in der Lage sind, möglichst viel aus einer Hand anzubieten. Darüber hinaus sehen wir ganz deutlich: Innovative und kreative Inszenierungen schaffen hohe Aufmerksamkeit und damit entsprechende Werbewirkung bei den Zuschauern. Dies erfordert viel Mut und Instinkt, denn große Testphasen wird sich augenblicklich niemand mehr leisten können und wollen.

Wir müssen lernen, uns an das neue „Normal" zu gewöhnen und Marken sollten sich die Sinnfrage stellen – denn Konsumverhalten und Erwartungen an Marken werden sich in Folge der Krise verändern. Kunden wollen genauer über Entstehung, Lieferketten und in Anspruch genommene Ressourcen von Produkten informiert werden. Transparenz, Authentizität und Ehrlichkeit sind das Gebot der Stunde.

Kurz zusammengefasst:

Marken sollten sich zuerst auf ihre Werte, ihre DNA besinnen. Empathie zeigen, hinhören, um dann als Marke bestmöglich helfen und unterstützen zu können. Generell: Weniger Reden, mehr Handeln. Und zuletzt: smarte Daten nutzen, um mutig die Zukunft zu antizipieren, statt nur Vergangenheit zu reporten. Dann wird aus Krise, Chance.

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