written by
Erik Stollberg
Global Trends
2016-11-04

Keine Alternative! Der Mittelstand wird digital

 Keine Alternative! Der Mittelstand wird digital

Die Digitalisierung der Wirtschaft ist schon lange keine Vision mehr, in vielen Bereichen ist sie längst Realität geworden.

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ehr als 35 Prozent des Gesamtumsatzes aller deutschen Unternehmen entfallen auf die sogenannten KMUs (Klein- und mittelständische Unternehmen). 82,2 Prozent aller Auszubildenden findet man in Betrieben mit weniger als 500 Angestellten. Der Mittelstand ist das wirtschaftliche Rückgrat des Landes. Laut einer Studie der Förderbank KfW zählen in Deutschland 3,64 Millionen Firmen (das sind 99,95% aller Firmen) zum Mittelstand. Noch immer umweht den deutschen Mittelstand die Aura von Qualität, Verlässlichkeit und Solidität. Trotz dieser Vorteile gelten Manager-Karrieren in mittelgroßen deutschen Unternehmen bei Hochschulabsolventen oft als abschreckend langweilig und vorhersehbar.

Für Finanzinvestoren offerieren Mittelständler dagegen interessante Möglichkeiten überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Vor allem mittelständische Unternehmen mit einer Umsatzgröße von 10 bis 20 Millionen Euro sind für Investoren besonders dann eine Überlegung wert, wenn sie über ein fokussiertes Konsumentengeschäft verfügen und bereits mit einem Online-Shop arbeiten. Noch tun sich viele Unternehmen schwer, den Spagat zwischen stationärem Vertrieb und dem Online-Auftritt effizient zu gestalten. Doch da sich die Ansprüche der Kunden verändern, müssen mittelständische Unternehmen den Konsumenten eine integrierte Strategie bieten. Produkte und Dienstleistungen müssen überall verfügbar sein, damit der Kunde dann kaufen kann, wenn es ihm in den Sinn kommt.

Ein Umdenken unter vielen Mittelständlern kommt den Kapitalgebern entgegen. Der direkte Vertrieb bringt mehr Gewinn, deshalb steigt die Bereitschaft, dafür Geld in die Hand zu nehmen.  Aber wie geht es weiter wenn ein Mittelständler das Kapital organisiert und sich für den Schritt in die digitale Welt entschieden hat? Die Beteiligungen von SevenVentures belegen, dass durch eine hohe TV-Reichweite neue Kunden gewonnen werden können und es den Unternehmen leichter fällt, in ihrem jeweiligen Produktsegment die Marktführerschaft zu gewinnen. So konnte SevenVentures z.B. bei einem  Mittelständler  durch  gezielte und intelligente TV-Aussteuerung den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 37 Prozent steigern. Wenn das Unternehmen und der Investor an einem Strang ziehen, kann nicht nur der Kaufprozess signifikant beschleunigt werden, neue Kundengruppen können mit geringen Streuverlusten angesprochen werden.

Um den künftigen ökonomischen Erfolg zu sichern müssen Mittelständler viele Herausforderungen meistern, damit sie den Weg in die digitale Welt friktionsfrei gehen können. Oft halten die Firmen viel zu lange an alten Marketing- und Vertriebsstrukturen fest, es fehlt ihnen die Bereitschaft zu innovativen Kooperationsmodellen. Auch das Kompetenzgerangel unterschiedlicher Abteilungen schafft Konfliktfelder und verhindert damit die Schlagkraft der Organisation. Eine digitale Ausrichtung heißt aber auch, die Marketingbudgets an neue Herausforderungen anzupassen. Nur wenn die Online-Aktivitäten als notwendige Ergänzung und nicht als Kannibalisierung des bestehenden Kerngeschäfts gesehen werden, können sie langfristig Erfolg haben.

TV beworbene Onlineshops schaffen nicht nur ein neues Kaufverhalten, sie gewinnen auch schnell an Wettbewerbsfähigkeit. Inzwischen sind Branchen online unterwegs, für die es vor wenigen Jahren noch keine digitale Zukunft zu geben schien. So werden inzwischen zum Beispiel immer mehr Möbel online gekauft. In der Vergangenheit waren die Möbelzentren im Umfeld der größeren Städte regionale Fürstentümer, welche sich kaum um ihre Wettbewerber kümmern mussten. Doch inzwischen haben es die Konsumenten satt, am Wochenende die überfüllten  Möbelhäuser zu besuchen. Sie suchen online, vergleichen die Preise und buchen inzwischen sogar über das Netz. Vor allem Frauen nutzen immer mehr die Möglichkeit des digitalen Möbelkaufs, 47% der weiblichen Bevölkerung hat bereits Möbel online bestellt, bei den Männern liegt der Anteil mit 37% etwas niedriger. Ähnlich läuft die Entwicklung im Apothekenhandel, Auch hier erwarten die Kunden Lösungen. Dazu gehört, sich Produkte online zu bestellen. Nichts bleibt, wie es war. Bleibt nur die Frage: Welche Branche wird als nächste digitalisiert?

 

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