written by
Valeria Witsch
Food for Thoughts
2018-06-01

Ökologie statt Organigramm

Ökologie statt Organigramm

Innovation ist eineKulturfrage und alles beginnt mit der Bereitschaft Neues zu probieren. Waseinfach klingt, ist in Wahrheit unheimlich kräftezehrend. Denn es geht gegenalles, was wir kulturell in Organisationen verankert haben: Organisationen sindauf den Selbsterhalt gepolt und Veränderung wird oftmals als Bedrohungwahrgenommen. Die Wurzeln liegen so tief, dass sich das sogar sprachlichbemerkbar macht. Worte wie beispielsweise „Querdenker“ sind negativ konnotiert.Ein Querdenker ist auch ein Störenfried, jemand, der sich nicht linientreu inbestehende Strukturen eingliedert. Erfolgreiche Innovation fängt also beimSprachgebrauch an. Die richtige Wortwahl fällt nicht immer leicht, aber sieträgt definitiv dazu bei, die Dinge besser einzuordnen und ihnen einenangemessenen Wert zu verleihen.

Der kreative Inputeines jeden Mitarbeiters ist wichtiger, mehr als körperliche Anstrengung bzw.schiere Präsenz am Arbeitsplatz. Wir müssen also auch in dieser Hinsichtlernen, loszulassen. Feste Bürostrukturen und -zeiten sind keine optimalenRahmenbedingungen für eine innovative Unternehmenskultur: denn je komplexerdiese werden, desto mehr Raum nehmen sie ein – auch und insbesondere in denKöpfen der Mitarbeiter. Jeder bewegt sich innerhalb des abgestecktenSpielfelds, Silos entstehen, Wissen kann nicht mehr frei zirkulieren.

Wir brauchen dasVertrauen, dass jenseits der bereits definierten Horizonte, spannende Möglichkeitenauf uns warten. „Wer verkniffen das kleine flackernde Pünktchen am Himmelfixiert, sieht wenig. Wir sehen am Rande der Pupille am besten. Dort liegen dieÜberraschungen.“ (Wolf Lotter)

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