written by
Valeria Witsch
Food for Thoughts
2018-05-29

The World Wild West

The World Wild West

Interview mit Pascal Klein, Gründer und Co-CEO von Asana Rebel, über den Weg vom Verkauf von Yogamatten zur erfolgreichsten Yoga-App im Apple-App-Store.

Das Internet hat unsere Gesellschaft von einer Industrie- in eineWissenskultur katapultiert. Jeder hat Zugang zu Informationen, Kommunikationüber große Distanzen ist alltäglich geworden und potenzielle Zielgruppen fürwirtschaftliche Interessen, sind nur noch wenige Klicks entfernt. Während derMarktzugang für Marken einfacher geworden ist, ist das langfristige Überlebendeutlich schwieriger. Online gilt, wie im Wilden Westen,das Prinzip „Survivalof the Fittest“, und in der Konsequenz „The Winner Takes All“. Paradoxerweiseerleben wir also neben der eingangs genannten Demokratisierung von Möglichkeiten,eine Machtkonzentration auf wenige Schultern. Und sämtliche Gewinner dieserEntwicklungen haben eines gemeinsam: Sie verstehen ihre Konsumenten besser alsandere und sind sich der kognitiven Verzerrungen bewusst, die die Konsumentenumtreiben.

Amazon ist schon lange Vorreiter auf diesem Gebiet.Die1-Click-Economy ist die perfekte Antwort auf unsere Faulheit und verdankt ihrenErfolg genau diesem, extrem starken Consumer-Insight. Wie Daniel Kahneman esausdrückt: “A general “law ofleast effort” applies to cognitive as well as physical exertion. […] if thereare several ways of achieving the same goal, people will eventually gravitateto the least demanding course of action. […] Laziness is built deepinto our nature.” Was nach außen extrem funktional erscheint, ist in Wahrheiteine sehr instinktive, emotionale Customer Experience. Ein anderer starkerConsumer Insight ist z.B., dass zu viele Inhalte und Klickmöglichkeiten denKonsumenten überfordern und in der Konsequenz, mangelnde Kaufmotivation verursachenkönnen (Choice Overload). Wenn es um E-Commerce geht, sind es die kleinenDinge, die den großen Unterschied machen. Allein die Reihenfolge, in derverschiedene Kaufoptionen dargestellt werden, beeinflusst unsere Wahl(Framing).

Und, dass ein psychologisches Verständnis für die Konsumentennicht nur im Internet, sondern auch für Offline-Geschäfte relevant ist, zeigtIKEA, nach denen sogar ein Cognitive Bias benannt wurde. Als IKEA-Effekt wirdin der Verhaltensökonomik die gesteigerte Wertschätzung bezeichnet,die selbst zusammengebauten Gegenständen im Vergleich zufertigen Massenprodukten entgegengebracht wird.

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