written by
Oliver Dietrich
Oli‘s Creative Verdict
2019-04-16

Uber Eats: Man of Delivery

Uber Eats: Man of Delivery

Jeden Monat kommentiert und diskutiert Oliver Dietrich, Director Creative Ideation P7S1, aktuelle Werbe- und Marketing-Kampagnen und erläutert, was Start-Ups und Unternehmen, die TV-Kampagnen planen, daraus lernen können. Das Thema im April ist ein Thema, das aktuell wieder hitzig diskutiert wird: der anhaltende Boom und Konkurrenzkampf im umtriebigen und dynamischen Marktsegment Online Food Ordering & Delivery. Mit Potential für eine ganze Artikelserie für Transformations-Skeptiker: Hype-Bewertungen, Machtkämpfe, Übernahmen, neue Player, alte Player, Copycats, echte und vorgetäuschte Innovationen, euphorische und auch enttäuschte Anleger – also alles drin für den Business Punk Leser bis zum FAZ Kommentator.

Kampagne:

Uber Eats: Man of Delivery

Plattformen:

Online, Social Media und TV

Learnings:

Nicht was Technologie kann, ist schlussendlich für den Erfolg entscheidend. Sondern was sie bei jedem Einzelnen bewirkt. Es geht nicht darum, was eine Plattform kann – es geht darum, was die Plattform im Leben der Kunden positiv verändert und für jeden bedeutet.
Je austauschbarer Produkte und Leistungen sind, desto größer ist die Bedeutung der Kommunikation. Wer hier einzigartig ist und verstanden hat, was die Menschen bewegt, wird erfolgreich sein.
Storytelling war lange Zeit nur ein Meeting-Schlagwort und eine Pitch-Phrase. Dies verändert sich. Storytelling kann in der Kommunikation den Unterschied machen – wenn richtig eingesetzt, kreativ umgesetzt und auf den richtigen Kanälen genutzt.

Der Hintergrund:

Tougher Markt, viele Player. Online Food Ordering ist ein Milliardengeschäft. Tendenz: weiter steigend. Weltweit und auch in Deutschland. Verdoppelung der Nutzer bis 2021 – die Prognosen sagen ja. Und alle wollen profitieren, klar. Doch die Dienstleistung ist relativ austauschbar.

Das Ziel:

Einzigartigkeit. Was Online Food Ordering Plattformen können, ist schon lange kommuniziert: Schnell, bequem, einfach. Und wo ist jetzt der Unterschied? Eben. Daher setzt Uber Eats in der Kommunikation auf das, was den anderen in der Kommunikation fehlt: Emotionalität. Menschlichkeit. Nahbarkeit. Bedeutung. Und wie? Mit Storytelling und Bewegtbild. Uber Eats zeigt, wie es geht.

Die Umsetzung:

Was wir sehen ist die Essenz von gutem Storytelling. Authentisch und sympathisch. Von der Bildsprache über die Darsteller hin zur Musik und dem Text – alles aus einem Guß, real, glaubhaft, menschlich. Am Ende haben wir das Gefühl, dass alle irgendwie profitieren, dass alle Beteiligten Spaß an diesem Service haben, Produzent, Lieferant, Kunde.

Das Gefühl, dass dieser Service das Leben bereichert, und nicht nur für mich als Kunde ein Gewinn ist, sondern für alle anderen auch. Ach, die Schönheit guten Storytellings, ist es nicht großartig, dass es sowas noch gibt. Man möchte es fast glauben. Was sich bei Amazon mit den lächelnden Paketen noch aufgesetzt und seltsam anfühlt, ist hier besser gelöst, weil glaubhafter und am Ende eben menschlicher.

Weil man sich hier Gedanken gemacht hat, was dieser Service für das Leben der Einzelnen bedeutet bzw. bedeuten kann – und hier eben nicht nur Produktvorteile aufgezählt werden, die inzwischen tatsächlich jeder kennt.

Oli’s Verdict: Hot or Not?

Heiß und lecker wie schnell geliefertes Essen aus dem Lieblingsrestaurant. Mit ganz persönlicher Note.

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