written by
Michael Trautmann
Marketing
2019-06-25

Fünf Fragen an Michael Trautmann, Gründer thjnk

Fünf Fragen an Michael Trautmann, Gründer thjnk

Bei den Cannes Lions, die weltweit bekannteste Veranstaltung der Werbebranche, ist TV und Bewegtbild seit jeher die Königsdisziplin. Marken-Guru Michael Trautmann kennt die Szene wie kein anderer. Für den Gründer der hochdekorierten Werbeagentur thjnk und Chairman der Sportmarketing-Agentur Upsolut Sports ist Bewegtbild nach wie vor das emotionalste Medium. Das schließt das Smartphone und Kanäle von Facebook bis YouTube mit ein.

Bei den Werbefestspielen in Cannes präsentieren sich Facebook und andere Tech-Giganten. Wie wirkt sich das auf die Cannes Lions-Königsdisziplin TV aus und die große kreative Idee, die einem Spot zugrunde liegt?

Menschen lieben Geschichten, wir Werber haben bisher keine bessere Ausdrucksform dafür gefunden als den Film. Auch Facebook, YouTube und andere Plattformen wissen das und unterstützen das Bewegtbild. Wir haben heute deutlich mehr Möglichkeiten und gleichzeitig höhere Anforderungen, denn das Smartphone ist der wichtigste Monitor und der ist klein und die Geduld der User nimmt ab.

KI, Automatisierung bis hin zu Messenger Appsüber solche Trends wird in Cannes aber auch allgemein viel gesprochen. Wie beeinflusst das die Kreation?

Auch hier ergeben sich vor allem neue Möglichkeiten. Schon vor einigen Jahren haben Dove und Twitter mit #speakbeautiful gezeigt, dass KI und Kreativität zusammengehen können.

In der heutigen Zeit jagt ein Hype den anderen: gestern war es Snapchat, heute ist es Virtual Reality. Wie stellt die Kreation sicher, den Menschen in seiner Lebenswelt abzuholen und seine Aufmerksamkeit auf Produkte und Services zu lenken?

Indem wir die Menschen in ihren Lebenswelten beobachten, das ist eine der Kernaufgaben von Planern in Agenturen.

Welchen Stellenwert nehmen TV und Bewegtbild dabei ein - auch hinsichtlich der Customer Journey und der Bedeutung im Marketing- und Media-Mix?

Bewegtbild baut Emotionen auf. Je emotionaler die Kaufentscheidung, desto wichtiger ist Bewegtbild. Für den Marketing- und Media-Mix bedeutet das: Marketer müssen ihre Kampagnen von Anfang an 360 Grad denken. Damit kommen sie weg von der traditionellen linearen Denke und können die Bedeutung des Markenbilds damit über alle Kanäle hinweg konstant präsentieren.“

Wie können Newcomer am Markt TV und Bewegtbild für sich nutzen?

Die Zeiten waren nie besser: einfach machen. Ein Smartphone, die richtige App und ein Mikrofon für 100 Euro können der Anfang sein.

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