written by
Bettina Hörmann
Food for Thoughts
2019-07-24

Flex-Office – das Modell der Zukunft?

Flex-Office – das Modell der Zukunft?

Eine aktuelle Umfrage* fand heraus, dass Mitarbeiter bei der Kommunikation mit ihren Kollegen zunehmend auf Technologien angewiesen sind. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: viele Teams sitzen nicht mehr an einem Ort. Remote-Arbeit ist mittlerweile zur Normalität geworden, Freelancer und Agenturen sitzen an verschiedenen Standorten und werden in Kernteams integriert. Dies führt zu einer zunehmenden Isolation am Arbeitsplatz. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass wir immer produktiver arbeiten. Ist das also der Preis, den wir dafür zahlen müssen?

Auf der einen Seite: Ja. Das Arbeiten im Homeoffice gibt den Mitarbeitern die Möglichkeit, sich zusätzlich auf Projekte außerhalb des Tagesgeschäfts zu konzentrieren. Darüber hinaus bringen Meetings mit externen Freelancern und Agenturen im eigenen Büro frische Ideen und Flexibilität in die sonst recht starren Konstellationen. Dan Schwabel fand in seinem Buch "Back to Human: How Great Leaders Create Connection in the Age of Isolation" jedoch heraus, dass Remote-Arbeiter eher kündigen. Die Gründe hierfür liegen zumeist im Gefühl von Einsamkeit und zu geringem Engagement. Auch das Wachstum von Coworking Spaces ist ein klares Zeichen dafür, dass Menschen in ihrem Berufsleben eben doch zwischenmenschliche Beziehungen wollen.

Wie gehen wir mit diesen Erkenntnissen nun am besten um? Obwohl die digitale Welt weitgehend für das Problem verantwortlich ist, trägt sie auch viel dazu bei, es zu lösen. So kommen stetig neue und praktische Kollaborations-Tools hinzu. Schon mal etwas von Slack gehört? Videokonferenzen gehören mittlerweile zu unserem Alltag und ermöglichen es, unsere Remote-Teams zu hören und sehen. Nichtsdestotrotz können diese Lösungen die persönliche Interaktion in unserer Branche ersetzen. Oftmals entsteht bei einem informellen Kaffee oder einem Mittagessen eine brillliante Idee, die eine E-Mail-Kette nie hervorgebracht hätte. Eines steht fest: Wir brauchen persönliche Beziehungen, um Ideen gemeinsam weiterzuspinnen, Brainstormings abzuhalten und gemeinsam Ideen zu generieren.

Wir arbeiten in einer Branche, die darauf angewiesen ist, persönliche Beziehungen zum Kunden aufzubauen. Das Gleiche sollte auch für unsere Beziehungen zu den Kollegen gelten.

*Reuters: How to create connections at work in the age of isolation

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