written by
Tom Schwarz
Food for Thoughts
2019-02-26

Machen ist wie wollen, nur krasser…

Machen ist wie wollen, nur krasser…

Deutschland, das Land der Dichter und Denker. Und der Macher. Ist das heute noch so …? Wir erinnern uns: In einer modernen arbeitsteiligen Welt kann Wirtschaft nur bestehen, wenn sie sich zum einen in Zukunft als technologisch-wissenschaftlicher Vorreiter behauptet und sich zum anderen ihre Macherqualitäten – Gremien, Entscheidungsprozesse und Hierarchiestufen zum Trotz – beibehält.

Wir alle sind auf unserem Gebiet bestens aus- und fortgebildet. Wissensriesen. Strategiegiganten. Nahezu alles und noch mehr ist uns bekannt: Was uns disruptiert, wer unsere Feinde und Competitor sind, worin die Zukunft liegt etc. Zumindest in der Theorie. Wir denken, indem wir darüber sprechen, Meetings einberufen, Steercos aufsetzen und Fortbildungen besuchen, handeln wir bereits. Ein großer Trugschluss. Wenn wir ein wenig genauer hinschauen, merken wir, dass wir viel zu oft Umsetzungszwerge sind. Getreu dem Motto: Als Tiger gestartet, als Bettvorleger geendet.

Woran liegt das? An der Fehlerkultur. Wer umsetzt, verliert. Sagt man. Und wir beschäftigen uns zu sehr mit uns selbst. Verbringen oft die meiste Zeit mit Kosten- und Prozessoptimierung. Dabei vergessen wir ganz, nicht das Marketing und die Medien haben sich dramatisch geändert, sondern der Kunde. Wir müssen raus aus langen Meetings, aus der eigenen Konzern-Blase und wieder näher an den Mensch. Heute nennt man das Customer Centricity. Human Centricity wäre der bessere Begriff.

Stichwort Pragmatismus: Ein Verhalten, was sich nach bekannten situativen Gegebenheiten richtet, wodurch das praktische Handeln über die theoretische Vernunft gestellt wird. Wenn Risiken und Szenarien betrachtet und der Nutzen erkannt ist – muss man mutig springen. Das Wort „Pragmatismus" leitet sich nicht umsonst vom griechischen Wort „pragma" für „Handlung“ ab.

Faktor Intuition: Was man aus bisherigen Entscheidungen gelernt hat, verdichtet sich zur Intuition, also Handeln ohne bewussten Einsatz des Verstandes. Unser berühmtes Bauchgefühl, was sich auf Dauer trainieren lässt. Wir müssen lernen wieder hungrig zu werden. Träume anpacken und umsetzen. Wie unsere Gründungsväter, die hatten mehr Pioniergeist als wir. Und sie haben einfach gemacht und sind losgelaufen. Auch mal Irrwege … denn, wer auch mal hinfällt, bewegt sich wenigstens vorwärts.

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